Drassburg Wappen

Bürgerversammlung im Zusammenhang mit der Asyl-Thematik

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Bild: vlnr. Bgm. Ivancsits, UMF-Heimleiterin in Podersdorf Handler, LT-Präs. Illedits, Vize-Bgm. Tomassovits, Neudörfls Bgm. Posch

Bei der Bürgerversammlung am 16.10. berichtete Bgm. Rudolf Ivancsits über geplante und umgesetzte Projekte in der Europagemeinde Draßburg.

 

Gerade das Thema kommunale Infrastruktur und Ortskern war eines der zentralen Themen der Bürgerversammlung. In der Einladung zur Versammlung informierte der Bürgermeister, dass bei der letzten Gemeinderatssitzung ein Grundsatzbeschluss zum Ankauf der Liegenschaften am Hauptplatz 10 gefasst wurde. Hinter der Entscheidung des Gemeinderates stehen grundsätzlich zwei Überlegungen. Einerseits ergibt sich mit dem Ankauf des ehemaligen Nachtlokales samt Nebengebäude für die Gemeinde die Möglichkeit, die Investitionen der Vergangenheit in den Parkplatz, den alten Stadl und den Tanzsaal abzurunden und somit weitere Immobilienwerte zu erwerben. Diese können in der Zukunft für Projekte zur Ortskernbelebung verwertet werden. Bausachverständigen-Gutachten bewerten die Bausubstanz und den Kaufpreis als gerechtfertigt.

Andererseits ist auch die Gemeinde Draßburg eine von dzt. 120 Gemeinden des Burgenlandes, in welcher noch keine Asylwerber aufgenommen wurden. Angesichts des kürzlich im Nationalrat beschlossenen Durchgriffsrechts des Bundes werden in Zukunft bei Nichterfüllung der vereinbarten Quote von 1,5% Unterbringungsmöglichkeiten in diesen Gemeinden forciert.

„Aber nicht nur deswegen ist es auch für uns Draßburgerinnen und Draßburger das Gebot der Stunde zu helfen – wie die auch schon in der Vergangenheit nachweislich der Fall war“, so Bgm. Ivancsits.

Das Land Burgenland hat zum Ziel die Asylwerber in kleinen Einheiten unterzubringen – wenn die Gemeinden aktiv bei der Quartierschaffung mithelfen, bleibt auch die Steuerungsmöglichkeit im Wirkungsbereich der Gemeinde. Das Land unterstützt alle hilfsbereiten Gemeinden auch in Form von Subventionen und bei der Abwicklung.

 

Mit dem Arbeiter Samariterbund hätte die Gemeinde einen Partner, der an der Liegenschaft Hauptplatz 10 ein Projekt für sog. UMF – unbegleitete minderjährige Flüchtlinge realisieren würde.

Auf Basis der bisherigen Gespräche des Bürgermeisters mit ASB, Land Bgld. und Bausachverständigen wäre das Gebäude gut adaptierbar. Es können 29 UMF untergebracht werden, die von Mitarbeitern des ASB rund um die Uhr betreut werden. Das „Erfolgsmodell“ Neudörfl im Bereich UMF in Kooperation mit der Caritas gilt als Vorbild in diesem Bereich,

„Wenn auch der humanitäre Aspekt und Überlegungen für nachhaltige Unterbringung bzw. Integration immer meine Triebfeder für dieses Projekt waren, so sind aber auch die erwarteten Mieteinnahmen durch einen 3-Jahresvertrag ein interessanter Aspekt für die Gemeinde, angesichts der geplanten und notwendigen Investitionen in die kommunale Infrastruktur wie Beleuchtung, Kanal, Straßen und Volksschule in den nächsten Jahren“, so Bgm. Ivancsits, der weiter ausführt:

„Man kann sich sehr gut vorstellen, dass es für unbegleitete minderjährige Flüchtlingsjugendliche nicht gerade einfach ist, in einem fremden Land ohne Eltern aufzuwachsen. Hinzu kommen noch die Strapazen von der Flucht, die Schulden, welche die Familie für einen Schlepper aufnehmen musste, usw.

Somit haben wir diesen Menschen gegenüber eine besondere Verantwortung und Verpflichtung ihnen zu helfen. Diese Hilfe muss einerseits in Form von adäquaten Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Lebensbedingungen und andererseits durch Förderung von Akzeptanz, Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit anstelle von Ablehnung, Gewalt und Hass auf gesellschaftlicher Ebene erfolgen.

Wir können in der Gemeinde Draßburg nicht diese globale Flüchtlingskrise alleine lösen, es braucht europäische Solidarität und die Verbesserung der Ursachen in der Herkunftsländern der Flüchtlinge, wir können aber in den Herausforderungen die Chancen sehen und gemeinsam als Draßburgerinnen und Draßburger stolz sein, unseren Anteil zu leisten. Ich bin mit meinem GR-Team angetreten um als Bgm. mit vollstem Einsatz für die Bürger von Draßburg zu arbeiten – die zuvor erwähnten umgesetzten Projekte sind ein Beweis dafür. Wie bei diesen Projekten so stehe ich auch zu dem UMF Projekt am Hauptplatz und werde mich für einen bestmöglichen Betrieb dieser Einrichtung mit jeder Faser meines Körpers einsetzen. So wie ich es bisher gemacht habe. Und ich darf mich an dieser Stelle für alle Gespräche, Briefe und eMails der Unterstützung, die ich von vielen Bürgern erhalten habe, herzlich bedanken“.