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MULTILING-Projektgala

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MULTILING-Projektgala – Ein wichtiger Meilenstein in der grenzüberschreitenden, mehrsprachigen Erziehung

Am Samstag, 28.11.2014 fand im Komitatshaus in Sopron die Abschlussgala zum Projekt Multilink statt.

Die Gemeinden Draßburg und Agendorf (Ágfalva) haben 2007 beschlossen, die Kinder in ihren Kindergärten auf Gegenseitigkeit beruhend, mit Hilfe von Kindergartenpädagoginnen ungarischer und deutscher Muttersprache mit der Sprache der Nachbarn vertraut zu machen. Der engagierte Beginn und die Bestrebungen wurden auch von der Europäischen Union für förderungswürdig erachtet, so werden über grenzüberschreitende Projekte seit beinahe fünf Jahren finanzielle Förderquellen zur Verwirklichung der fachlichen Programme gesichert. Die Kooperation hat jetzt einen wichtigen Meilenstein erreicht, und von den Projektpartnern wurde bei der Veranstaltung am 28. November, in Sopron im ehemaligen Komitatshaus über die geleistete Arbeit berichtet, bzw. wurden auch die Kinder die gelernten Lieder, Szenen und Spiele vorgeführt.

 

Die Kultur der österreichisch-ungarischen Grenzregion Burgenland, Várvidék oder Gradišće war Jahrhunderte lang von den deutschen, ungarischen und kroatischen Nationalitäten zusammen geprägt und wurde zusammen geformt. Aufbauend auf die geschichtlichen und kulturellen Wurzeln bemühen sich Draßburg und Agendorf seit Jahren um die frühe, mehrsprachige Erziehung in den Kindergärten. Während zu Beginn die gegenseitigen Besuche der ungarisch- und deutschsprachigen Kindergärtnerinnen von den Gemeinden selbst finanziert wurden, läuft diese Arbeit seit 2007 mit Förderung der Europäischen Union, im Projektrahmen. Die Erfolge des BILKIG-Projektes veranlassten die Partner, sich für eine Weiterentwicklung und Erweiterung zu entscheiden, so wurden ab Herbst 2012 neben den beiden Gemeindeselbstverwaltungen auch die zwei pädagogischen Hochschuleinrichtungen unserer Region: die Pädagogische Hochschule Burgenland und die Pädagogische Fakultät Benedek Elek der Westungarischen Universität zur Mitarbeit am MULTILING-Projekt gewonnen.

Neben der spielerischen, mehrsprachigen Erziehung im Kindergarten und aufbauend auf sie werden auch die Kinder der Volksschulen der beiden Gemeinden mit der deutschen und ungarischen Sprache und Kultur in erhöhter Stundenzahl vertraut gemacht, bzw. lernen einander, das gebaute Kulturerbe und die Schätze der Natur an gemeinsamen Projekt- und Sporttagen sowie Ausflügen kennen. Ein Ergebnis der gemeinsamen Bestrebungen ist, dass auf Wunsch der Draßburger Eltern die ungarische Sprache im Jahre 2015 zum Bestandteil des (staatlich finanzierten) offiziellen Lehrplanes wird.

Die Studentinnen der Pädagogischen Fakultät Elek Benedek der Westungarischen Universität führten ihr Praktikum zum einen Teil in Agendorf, zum anderen in Draßburg, in muttersprachlicher Umgebung durch. Die zwei Hochschuleinrichtungen lieferten den methodischen Hintergrund für frühe, mehrsprachige Erziehung und Unterricht, bzw. wurden von ihnen Erhebungen über Erfahrungen im Kreise der Kindergarten- und Schulkinder sowie der Eltern durchgeführt.

Aufbauend auf die erreichten Ergebnisse und die erarbeitete Methodik sind die Partner der weiteren Kooperation verpflichtet. Als eine Art „best practice“ werden von ihnen Methodik und Erfahrungen auch anderen mehrsprachigen Grenzregionen angeboten. Den ersten Schritt bedeutete Anfang November eine Studienreise zum „Unteren Odertal“, wo eine 30-köpfige Delegation die Kindergarten- und Schulpraxis der deutsch-polnischen Grenzregion kennenlernen durfte.

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